Aktivstall
Seit Jahren läuft die Planung in unseren Köpfen. Die Umsetzung erfolgte dann endlich seit Herbst 2007. Ende Juni sind nun die ersten Pferde eingezogen.
Impressionen aus dem Aktivstall
Nach einer erstaunlich kurzen
Eingewöhnungszeit (Chef „Humphrey“ konnte z. B.
sein Futter bereits am zweiten Tag selbstständig abrufen) hat
sich bisher eine homogene und auch soziale Gemeinschaft gebildet, in
der sich offensichtlich jedes Pferd recht wohl fühlt. Links: Für ihre stündliche
Ration Kraftfutter stehen die Pferde gerne Schlange. Mitte: Drei die sich verstehen.
Die Weide bietet sich wunderbar zum Kennenlernen an! Rechts: Sonne, Futter,
Gesellschaft und viel, viel Platz... was braucht Pferd mehr? Hier noch ein Plan zum
Aktivstall:
Der Auslauf des Bewegungsstalls beträgt gut 3000m². 24-30 Pferde können auf dieser Fläche gut leben. Durch weite die Distanzen zwischen Futterstation und Wasserstelle legen die Pferde automatisch lange Wegstrecken zurück und bleiben so möglichst viel in Bewegung. Kleine Hindernisse wie z.B. Baumstämme, sorgen nicht nur für Abwechslung, sondern bieten zusätzlich Rückzugsraum vor anderen Herdenmitgliedern; z.B. Ranghöheren. Der Auslauf ist auf möglichst großer Fläche mit Gummirastern ausgelegt, die mit Sand ausgefüllt sind. Auf diese Weise ist für eine Drainage vorgesorgt und ein Matschplatz wird verhindert. Viele Pferde genießen es auch einfach im tiefen Sand zu liegen, zu dösen oder sich darin zu wälzen. Die Liegehalle, mit Softbetten von HIT ausgelegt, dient ebenso zur Entspannung. Zwei Ausgänge ermöglichen es, dass sich die Pferde bei Bedarf jederzeit aus dem Weg gehen können.
Durch implantierte oder an Halsbändern befestigte Chips können die Pferde bis zu 24Mal täglich Heu und Kraftfutter (Hafer, Mineralfutter, Pellets) am jeweiligen Futterautomaten abrufen . Diese kleinen kontinuierlichen Mahlzeiten kommen dem natürlichen Fressverhalten und der Anatomie des Verdauungsapparates am Nächsten. Koliken können so verhindert werden. Ein Blick auf den Computer lässt übrigens auch schnell erkennen, ob ein Pferd (womöglich krankheitsbedingt) zu wenig Futter zu sich genommen hat.
Das Leben im Herdenverband ermöglicht jedem Pferd seinen eigenständigen Tagesablauf mit individuellen Freundschaften und den dazugehörenden Konflikten, verbunden mit ständiger Bewegung. All dies wirkt sich sowohl körperlich,als auch psychisch positiv auf das Pferd aus. Pferdebesitzer aus Aktivställen können bestätigen,dass ihre Pferde im Aktivstall wesentlich ausgeglichener , konditionell aber gestärkter geworden sind als zuvor bei der Boxenhaltung. Auch der Pferdebesitzer erfährt eine gewisse Unabhängigkeit,denn sein Pferd ist nicht mehr auf die tägliche Bewegung durch den Menschen angewiesen.
Weitere Infos hierzu: www.aktivstall.de
"Die große Freiheit", ein Artikel aus dem Magazin Pferdebetrieb